
Kernpunkte
- 6G ist der Nachfolger von 5G und befindet sich noch vollständig in der Forschungs- und Standardisierungsphase.
- Eine breite kommerzielle Verfügbarkeit wird erst rund um das nächste Jahrzehnt erwartet.
- Bei 6G geht es wahrscheinlich weniger um Downloadgeschwindigkeit und mehr um Kapazität, Intelligenz und neue Anwendungen.
- Künstliche Intelligenz und die Wahrnehmung der Umgebung werden möglicherweise Teil des Netzwerks selbst.
- Jede neue Generation von Konnektivität zeigt, warum zukunftssicheres Bauen für die digitale Ebene eines Gebäudes wichtig ist.
2G brachte mobiles Telefonieren. 3G machte mobiles Internet nutzbar. 4G machte Streaming und Apps selbstverständlich. 5G brachte höhere Kapazität, geringere Latenz und deutlich mehr verbundene Geräte. Und jetzt wird bereits an 6G gearbeitet, während viele Nutzer die Vorteile von 5G noch nicht vollständig bemerken.
Das wirft eine naheliegende Frage auf: 5G ist noch in vollem Gebrauch, warum wird dann jetzt schon an 6G gearbeitet? Die Antwort hat mit der langen Vorlaufzeit dieser Art von Technologie zu tun. Eine neue Generation mobiler Kommunikation entsteht nicht in wenigen Jahren, sondern erfordert Forschung, Vereinbarungen und Infrastruktur, die sich über ein Jahrzehnt oder länger erstrecken.
Die zentrale Frage ist deshalb nicht, wie viel schneller 6G wird, sondern was 6G hinzufügen muss, was 5G noch nicht kann. Dieser Artikel fasst zusammen, was heute bekannt ist, was noch offen ist und warum diese Entwicklung für jeden relevant ist, der mit Gebäuden und Arbeitsplätzen zu tun hat.
Was ist 6G eigentlich?
6G ist die nächste Generation mobiler Kommunikationstechnologie nach 5G. Wichtig zu betonen ist, dass 6G sich noch in der Entwicklung befindet. Viele technische Spezifikationen sind noch nicht endgültig und können sich noch erheblich ändern, bevor tatsächliche Netzwerke entstehen.
Organisationen wie die ITU, 3GPP, die GSMA, die Europäische Kommission und europäische Forschungsprogramme wie Hexa-X arbeiten gemeinsam mit Universitäten und Forschungseinrichtungen an den ersten Rahmenbedingungen. Das geschieht sorgfältig, denn die jetzt getroffenen Entscheidungen bestimmen, wie weltweite Netzwerke in etwa zehn Jahren aussehen.
Wer über 6G liest, stößt schnell auf futuristische Versprechen. Es ist sinnvoll, zwischen fundierten Forschungsrichtungen und Aussagen zu unterscheiden, die vor allem als Zukunftsvision gemeint sind. In diesem Artikel beschränken wir uns auf Richtungen, die ernsthaft erforscht werden.
Wann kommt 6G?
Derzeit finden vor allem Forschung und Standardisierung statt. Eine breite kommerzielle Verfügbarkeit wird voraussichtlich erst rund um das nächste Jahrzehnt relevant. Bis dahin bleiben 5G und dessen Weiterentwicklung das Arbeitspferd der mobilen Kommunikation.
Bevor Verbraucher und Unternehmen 6G tatsächlich nutzen, ist eine Reihe von Schritten nötig. Diese folgen größtenteils aufeinander und kosten zusammen viel Zeit.
- Forschung zu Technologie und Anwendungen.
- Entscheidungen über das zu nutzende Spektrum.
- Festlegung internationaler Standards.
- Pilotprojekte und Feldversuche.
- Entwicklung von Geräten und Chipsätzen.
- Ausbau der Netzwerke.
Diese Reihenfolge erklärt, warum die Arbeit schon jetzt beginnt. Ohne die Grundlagen von heute sind die Netzwerke von morgen schlicht nicht rechtzeitig fertig.
Nicht nur schneller
Eine verbreitete Annahme ist, dass 6G vor allem höhere Downloadgeschwindigkeiten bringt. Wahrscheinlich geht es um etwas Breiteres. Die erwarteten Merkmale betreffen Kapazität, Zuverlässigkeit und die Art, wie sich das Netzwerk verhält.
- Extrem hohe Kapazität.
- Sehr geringe Latenz.
- Zuverlässigere Verbindungen.
- Große Mengen gleichzeitig verbundener Geräte.
- Sehr präzise Positionierung.
- Integrierte Wahrnehmung der Umgebung.
- KI-gesteuerte Netzwerke.
- Eine engere Verbindung von Kommunikation und Computing.
Diese Richtung passt zu einer breiteren Verschiebung in Immobilien und Technik, bei der wir zunehmend darauf schauen, was ein Gebäude digital leisten kann, statt nur auf die Fläche zu blicken. In einem früheren Artikel haben wir diese Verschiebung von Quadratmetern zu Datenkapazität besprochen.
Das Netzwerk der Zukunft wird nicht nur schneller, sondern auch intelligenter, und es passt sich zunehmend an das an, was um es herum geschieht.
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IT-Label anfragenKI als Teil des Netzwerks
Künstliche Intelligenz spielt voraussichtlich eine doppelte Rolle. KI wird nicht nur über 6G genutzt, sondern möglicherweise auch in das Netzwerk selbst eingebaut. Das Netzwerk verwaltet sich dann intelligenter als heute.
Denkbare Aufgaben eines solchen intelligenten Netzwerks sind die automatische Verteilung von Kapazität, die Vorhersage von Netzwerkbelastung, die Erkennung von Störungen, die Optimierung des Energieverbrauchs und die dynamische Anpassung von Verbindungen. Auch könnten Geräte untereinander intelligenter kommunizieren.
Der Zusammenhang zwischen KI und Immobilien zeigt, dass diese Entwicklung nicht losgelöst ist von den Gebäuden, in denen Menschen arbeiten. Je intelligenter Netzwerke werden, desto wichtiger wird die Basisinfrastruktur, die sie unterstützen muss.
Kommunikation und Wahrnehmung
Eine der meistdiskutierten Forschungsrichtungen ist integrated sensing and communication. Ein zukünftiges Netzwerk würde nicht nur Signale versenden, sondern dieselben Funksignale möglicherweise auch nutzen, um Informationen über die physische Umgebung wahrzunehmen.
Denken Sie an Daten zu Position, Bewegung, Abstand und Anwesenheit. Das Netzwerk fungiert dann teilweise als Sensor. Dies ist noch stark Gegenstand der Forschung, es handelt sich noch nicht um eine ausgereifte Technologie.
Ein Netzwerk, das nicht nur mit seiner Umgebung kommuniziert, sondern diese Umgebung auch wahrnehmen kann.
Sehr präzise Positionierung
Damit verbunden ist die Möglichkeit einer deutlich präziseren Standortbestimmung. Das kann Anwendungen für Logistik, Industrie, Gesundheitswesen, autonome Fahrzeuge, Roboter, Augmented Reality und Indoor-Navigation ermöglichen.
Je mehr Positionierung, Sensortechnologie und Kommunikation zusammenkommen, desto mehr verschwimmt die Trennlinie zwischen diesen Funktionen. Das Netzwerk wird dann zu mehr als einem Transportmittel für Daten.
Neue Frequenzen und mehr Geräte
Zukünftige 6G-Netzwerke nutzen möglicherweise höhere Frequenzbereiche als heutige Mobilfunknetze. Höhere Frequenzen können enorme Datenmengen transportieren, haben aber oft Nachteile: kürzere Reichweite, schlechtere Durchdringung von Wänden, größerer Bedarf an Infrastruktur und möglicherweise mehr Antennenstandorte.
Es ist ein Missverständnis, dass ganzes 6G auf extrem hohen Frequenzen arbeiten würde. Wahrscheinlich werden mehrere Frequenzbänder kombiniert, sodass Kapazität und Reichweite im Gleichgewicht bleiben. Für Gebäude ist das relevant, weil die Qualität der Abdeckung im Inneren stark von der Bauweise abhängt. Das spielt schon jetzt bei der WLAN-Abdeckung in Gebäuden eine Rolle.

Zudem dreht sich 6G wahrscheinlich nicht mehr vor allem um Telefone. Immer mehr Geräte werden vernetzt: Smartphones, Autos, Roboter, Drohnen, Maschinen, Sensoren, medizinische Anwendungen, Smart Cities, Gebäude und industrielle Automatisierung.
Vielleicht ist das Smartphone bald nicht einmal mehr das wichtigste Gerät in einem 6G-Netzwerk.
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IT-Label anfragenDigitale Zwillinge, Edge Computing und Energie
6G kann zu digitalen Zwillingen beitragen: Echtzeit-Digitalrepräsentationen von Fabriken, Städten, Gebäuden, Fahrzeugen und Infrastruktur. Dafür sind viele Daten, geringe Latenz und ständige Konnektivität erforderlich.
Nicht alle Informationen müssen dabei zu zentralen Rechenzentren reisen. Immer mehr Verarbeitung kann näher beim Nutzer oder der Maschine stattfinden, was als Edge Computing bezeichnet wird. Je schneller ein System reagieren muss, desto weniger sinnvoll ist es, alle Daten erst Hunderte Kilometer hin und zurück zu schicken.
Das wirft sofort eine Gegenfrage auf: Wenn wir immer mehr Daten versenden, kostet das dann nicht viel mehr Energie? Forscher richten deshalb ihr Augenmerk ausdrücklich auf Energieeffizienz. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, mehr Daten zu verarbeiten, sondern das pro versendeter Datenmenge sparsamer zu tun.
Sicherheit und der gewöhnliche Nutzer
Mehr vernetzte Geräte und intelligentere Netzwerke vergrößern auch die digitale Angriffsfläche. Fragen rund um Authentifizierung, Privatsphäre, Netzwerksicherheit, KI-Security, kritische Infrastruktur, quantensichere Verschlüsselung und Lieferkettensicherheit rücken deutlich in den Fokus. Sicherheit muss deshalb schon beim Entwurf mitgedacht werden, wie es auch bei Cybersicherheit in Immobilien gilt.
Was merkt der gewöhnliche Nutzer letztlich davon? Denkbar sind stabilere Verbindungen, weniger Verzögerung, bessere AR und VR, Echtzeitübersetzungen, fortschrittliche KI-Assistenten, präzise Navigation, intelligentere Geräte und zuverlässigere Kommunikation. Vieles davon sind noch Zukunftsszenarien.
Ist 6G wirklich nötig?
Ein kritischer Blick gehört dazu. Brauchen Verbraucher wirklich noch höhere Geschwindigkeiten? Liegt der größte Gewinn vielleicht eher bei Industrie und Infrastruktur? Reichen 5G-Netzwerke erst noch jahrelang aus? Wahrscheinlich geht es bei 6G vor allem um Kapazität, Intelligenz und neue Anwendungen, und weniger um Downloadgeschwindigkeit.
Bei 6G geht es wahrscheinlich weniger darum, wie schnell man einen Film herunterlädt, und mehr darum, wie viele Geräte, Maschinen, KI-Systeme und digitale Umgebungen gleichzeitig in Echtzeit kommunizieren können.
Was das für Ihr Gebäude bedeutet
Neue Generationen von Konnektivität zeigen vor allem, wie schnell sich digitale Technologie entwickelt. Die Technik eines Gebäudes oder Arbeitsplatzes sollte deshalb nicht nur für heute geeignet sein, sondern auch Raum für zukünftige Entwicklungen bieten.
Von 4G über 5G zu 6G: Technologie verändert sich schneller als Immobilien. Gerade deshalb wird digitale Zukunftssicherheit immer wichtiger. Das IT-Label ist kein Gütesiegel mit gesetzlichem Status, sondern eine unabhängige Klassifizierungsmethodik, die die digitale Qualität eines Gebäudes sichtbar macht. Möchten Sie wissen, wie diese Klassifizierung funktioniert, schauen Sie bei der IT-Label Klassifizierung von PREMIUM bis SHELL vorbei oder lassen Sie Ihr Gebäude über eine IT-Label Vorinspektion beurteilen.
Die genaue Form von 6G kennen wir noch nicht. Aber eines steht fest: Unser Bedarf an zuverlässiger, schneller und intelligenter digitaler Infrastruktur wächst weiter. Gemeinsam machen wir sichtbar, was jetzt noch unsichtbar ist.


