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Redundanz erklärt: warum eine Verbindung manchmal zu wenig ist

Was eine redundante Internetverbindung für die digitale Kontinuität von Gewerbeimmobilien bedeutet.

Internet und Konnektivität··Aktualisiert am ·6 Min. Lesezeit·Redaktion: IT-Label

Kernpunkte

  • Redundanz bedeutet, dass eine alternative Internetversorgung bereitsteht, wenn die Hauptverbindung ausfällt, sodass die Arbeit weitergeht.
  • Es geht nicht um mehr Internet, sondern um Kontinuität, Zuverlässigkeit und die Beherrschung von Risiken.
  • Die Auswirkungen einer Störung wachsen, je mehr eine Organisation in der Cloud arbeitet, Videoanrufe führt oder mit KI-Anwendungen arbeitet.
  • Zwei Gebäude können identisch aussehen, während sich ihre digitale Kontinuität stark unterscheidet, etwas, das das IT-Label sichtbar macht.
  • Redundanz ist nicht für jedes Gebäude nötig, aber der Einblick in die vorhandenen Einrichtungen hilft bei fundierten Entscheidungen.

Stellen Sie sich einen ganz normalen Arbeitstag vor. Ein Team führt einen Videoanruf mit einem Kunden, Kollegen arbeiten in Cloud-Anwendungen und es werden online Daten verarbeitet. Dann fällt die Internetverbindung aus. Die Videokonferenz bricht ab, die Telefonie über das Internet funktioniert nicht mehr, Dateien in der Cloud sind nicht erreichbar und Prozesse stehen still. Was eben noch selbstverständlich war, erweist sich plötzlich als Schwachstelle.

Für viele Organisationen ist das Internet keine Versorgungsleistung im Hintergrund mehr, sondern das Rückgrat der täglichen Arbeit. Gerade deshalb ist die Frage relevant: Was passiert, wenn diese eine Verbindung ausfällt? Die Antwort liegt in einem Begriff, der in der Immobilienwelt noch wenig Beachtung findet, aber immer wichtiger wird: Redundanz.

In diesem Artikel erklären wir, was Redundanz ist, wie sie bei Internetverbindungen funktioniert und was sie für die Qualität von Gewerbeimmobilien bedeutet. Wir gehen das Thema praktisch und ohne unnötigen Fachjargon an.

Was ist Redundanz?

Redundanz bedeutet, dass eine alternative Einrichtung bereitsteht, sobald die primäre Einrichtung ausfällt. Das Prinzip kennen Sie wahrscheinlich bereits aus dem Alltag. Ein Auto hat ein Reserverad für den Fall einer Reifenpanne. Ein Krankenhaus hat einen Notstromgenerator für den Fall eines Stromausfalls. Und ein Gebäude hat einen zweiten Fluchtweg, damit es immer einen Ausweg gibt.

Bei der digitalen Infrastruktur ist das nicht anders. Redundanz sorgt dafür, dass es einen zweiten Weg für den Datenverkehr gibt, falls der erste ausfällt. Das Ziel ist nicht schnelleres Internet oder mehr Kapazität, sondern Sicherheit: die Gewissheit, dass die Arbeit weitergeht, auch wenn etwas schiefgeht.

Wie funktioniert Redundanz beim Internet?

Redundanz lässt sich auf verschiedene Weise einrichten. Einige häufige Formen sind:

  • zwei Glasfaserverbindungen zum selben Gebäude;
  • zwei verschiedene Internetanbieter, damit eine Störung bei einem Anbieter nicht alles lahmlegt;
  • automatisches Failover, bei dem das System ohne manuellen Eingriff auf die Reserveverbindung umschaltet;
  • verschiedene physische Kabelwege zum Gebäude, damit ein Baggerschaden an einer Stelle nicht beide Verbindungen trifft.

Wichtig ist das Bewusstsein, dass ein zweiter Anschluss für sich genommen noch keine echte Redundanz garantiert. Laufen beide Verbindungen über dasselbe Kabel oder denselben Anbieter, ist das Risiko nur teilweise abgedeckt. Wie die Einrichtungen aufgebaut sind, bestimmt letztlich die Zuverlässigkeit. Mehr dazu lesen Sie in unserer Übersicht zur Netzwerkredundanz.

Eine zweite Internetverbindung, die sich dasselbe Kabel mit der ersten teilt, ist kein Backup, sondern eine Scheinsicherheit.

Warum ist Redundanz wichtig?

Der Wert von Redundanz hängt stark davon ab, wie abhängig eine Organisation von einer ununterbrochenen Verbindung ist. Für manche Nutzer ist eine kurze Unterbrechung lästig, für andere ist sie schlicht inakzeptabel.

Zu den Organisationen, die in der Regel davon profitieren, gehören unter anderem Finanzinstitute, Gesundheitseinrichtungen, Logistikunternehmen und datengetriebene Unternehmen. Auch Büros mit vielen Cloud-Anwendungen, Unternehmen, die auf KI-Anwendungen setzen, Serviced Offices und Rechenzentren fallen in diese Kategorie.

Der rote Faden ist klar: Je digitaler eine Organisation arbeitet, desto größer sind die Folgen einer Störung. Ein Ausfall von einer Stunde verursachte früher vielleicht etwas Unannehmlichkeit, während derselbe Ausfall heute eine ganze Abteilung lahmlegen kann. Betriebskontinuität und Cloud-Konnektivität sind damit untrennbar miteinander verbunden.

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Ein Praxisbeispiel

Stellen Sie sich zwei vergleichbare Bürogebäude nebeneinander vor. Von außen sind sie kaum zu unterscheiden. Dennoch unterscheidet sich ihre digitale Kontinuität erheblich.

Gebäude A

Gebäude A hat eine einzige Internetverbindung. Solange diese Verbindung funktioniert, ist alles in Ordnung. Bei einer Störung, zum Beispiel durch Bauarbeiten in der Straße, fällt jedoch alles gleichzeitig aus. Die Mitarbeitenden kommen nicht mehr an ihre Dateien, die Telefonie steht still und Kunden können das Unternehmen nicht erreichen.

Gebäude B

Gebäude B hat zwei unabhängige Verbindungen mit automatischer Umschaltung. Fällt die eine Verbindung aus, übernimmt die andere fast sofort. Die Mitarbeitenden merken von der Störung kaum etwas und die Arbeit geht weiter.

Dieses Beispiel zeigt, worauf es ankommt: Die Fassade verrät nichts über die digitale Zuverlässigkeit. Zwei Gebäude, die gleich aussehen, können sich bei der Verfügbarkeit (Uptime) grundlegend unterscheiden.

Ein dunkler Glasturm neben einem hellen Gebäude
Zwei Gebäude, die unterschiedlich aussehen, können dieselbe digitale Bereitschaft haben, und Gebäude, die sich ähneln, gerade nicht.
Schema Redundanz beim Internet: Gebäude A mit einer Verbindung steht bei einer Störung komplett still, Gebäude B mit zwei Verbindungen über verschiedene Wege arbeitet weiter.
Eine Verbindung im Vergleich zu zwei unabhängigen Verbindungen: bei einer Störung geht die Arbeit in Gebäude B weiter. Quelle: IT-Label. Frei nutzbar mit Quellenangabe.

Was bedeutet das für Gewerbeimmobilien?

Mieter stellen immer häufiger Fragen, die früher selten zur Sprache kamen. Sie möchten wissen, wie zuverlässig die Verbindung ist, welche Verfügbarkeit vernünftigerweise erwartet werden darf und wie das Gebäude mit der Betriebskontinuität umgeht. Auch Themen wie Cloud-Nutzung, KI-Anwendungen und Cybersicherheit kommen bei Vermietung und Kauf auf den Tisch.

Digitale Infrastruktur wird damit zu einem Bestandteil der Qualität eines Gebäudes, so wie es die technischen Anlagen, der Grundriss und die Energieeffizienz bereits sind. Für Makler und Investoren bedeutet das, dass ein vollständiges Bild einer Immobilie heute auch die digitalen Einrichtungen umfasst. In vielen Mietbroschüren fehlen diese Informationen jedoch noch vollständig.

Gleichzeitig ist Differenzierung angebracht. Redundanz ist ein Bestandteil einer robusten digitalen Infrastruktur, neben zum Beispiel Verkabelung, Netzwerkmanagement und Sicherheit. Und nicht jedes Gebäude muss vollständig redundant sein. Eine Lagerhalle stellt andere Anforderungen als ein Handelsraum oder ein Rechenzentrum. Es geht nicht darum, dass jede Immobilie das Maximum bietet, sondern dass klar ist, was vorhanden ist und was nicht.

Die Rolle von IT-Label

IT-Label ist ein unabhängiges Wissenskollektiv, das die digitale Qualität von Immobilien sichtbar macht. IT-Label ist kein Internetanbieter und ersetzt keine technische Norm. Es übersetzt die vorhandenen Einrichtungen, etwa Redundanz, in einen verständlichen IT-Ausbaustandard.

Diese Übersetzung erfolgt über eine Klassifizierung von IT1+ PREMIUM bis IT5 SHELL. So wird sichtbar, welche digitalen Einrichtungen ein Gebäude bietet, ohne dass ein Mieter oder Investor die Technik selbst durchschauen muss. Das Label urteilt nicht über gut oder schlecht, sondern macht sichtbar, was vorhanden ist. Mehr über die Arbeitsweise lesen Sie unter wie das IT-Label funktioniert.

Damit erhalten Mieter, Vermieter, Makler und andere Beteiligte dieselbe, verständliche Sprache, um über digitale Bereitschaft zu sprechen. Das verhindert Missverständnisse und ermöglicht einen fairen Vergleich zwischen Gebäuden.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Failover beim Internet?

Failover ist das automatische Umschalten auf die Reserveverbindung, wenn die Hauptverbindung ausfällt. Das geschieht, ohne dass jemand manuell eingreifen muss.

Genügt ein zweiter Internetanschluss als Backup?

Nicht immer. Wenn beide Verbindungen über dasselbe Kabel oder denselben Anbieter laufen, ist das Risiko nur teilweise abgedeckt.

Welche Unternehmen brauchen eine Backup-Verbindung?

Vor allem Organisationen, die nicht ohne durchgehende Verbindung auskommen, etwa Finanzinstitute, Gesundheitsorganisationen, Logistikunternehmen und datengetriebene Unternehmen. Auch Büros mit viel Cloud oder KI, Serviced Offices und Rechenzentren profitieren davon.

Braucht jedes Gebäude Redundanz?

Nein. Eine Lagerhalle stellt andere Anforderungen als ein Handelsraum oder ein Rechenzentrum; entscheidend ist, dass klar ist, was vorhanden ist und was nicht.

Zählt Redundanz für das IT-Label?

Ja. Redundanz gehört zum Bereich Konnektivität und Backup-Verbindungen zum Bereich Infrastruktur. Das IT-Label übersetzt Einrichtungen wie Redundanz in ein verständliches Ausbauniveau. Mehr dazu unter wie das IT-Label funktioniert.

Ihr nächster Schritt

Redundanz ist für viele Organisationen kein Luxus, sondern ein wichtiger Bestandteil einer zuverlässigen digitalen Arbeitsumgebung. Dennoch muss nicht jedes Gebäude vollständig redundant sein. Was vor allem zählt, ist der Einblick: zu wissen, welche Einrichtungen eine Immobilie bietet, damit Sie eine Entscheidung treffen können, die zu Ihrer eigenen Abhängigkeit vom Internet passt.

Möchten Sie wissen, wie die digitale Bereitschaft Ihres Gebäudes festgestellt wird? Sehen Sie sich an, was eine Klassifizierung wie IT3 READY bedeutet, oder nehmen Sie über unsere Kontaktseite Kontakt auf, um sich die Möglichkeiten erläutern zu lassen. So machen Sie die digitale Qualität Ihrer Immobilie ebenso besprechbar wie die Quadratmeter.

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Dieser Artikel wurde von der Redaktion von IT-Label verfasst. Die Redaktion ist für den Inhalt verantwortlich.

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