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Besseres Energielabel beginnt auch bei besserer IT

Wie digitale Infrastruktur und SMART-Building-Technologie die Energieleistung eines Gebäudes zunehmend bestimmen.

Einblicke··8 Min. Lesezeit
Besseres Energielabel beginnt auch bei besserer IT

Kernpunkte

  • Ein höheres IT-Label führt nicht automatisch zu einem höheren offiziellen Energielabel, weil beide Methodiken etwas anderes messen.
  • Moderne Gebäude nutzen zunehmend digitale Technologie, um Energie zu messen, zu steuern und einzusparen, wodurch Energie und IT näher zusammenrücken.
  • Ein IT-Label-Audit betrachtet mehr als nur Internetgeschwindigkeit und kann auch SMART-Building-Systeme wie Gebäudeleittechnik und Energiemonitoring erfassen.
  • Wer die Energieleistung im Betrieb verbessern will, kann mit einem SMART Building mit einer starken digitalen Basis oft mehr erreichen als mit einer erneuten neuen Installation.
  • Digitalisierung ist kein Gegenpol zur Nachhaltigkeit, sondern kann Nachhaltigkeit gerade verstärken.

Wer ein Gebäude energiesparender machen will, denkt traditionell an Dämmung, besseres Glas, eine Wärmepumpe, Solarpaneele und effizientere Installationen. Das bleibt die Grundlage. Doch der nächste Schritt in der Nachhaltigkeit dreht sich nicht mehr nur darum, welche Installation vorhanden ist. Zunehmend wichtiger wird die Frage, wie intelligent diese Installation genutzt wird.

Eine energiesparende Installation, die unnötig läuft, verbraucht trotzdem Energie. Beleuchtung, die in leeren Räumen brennt, verschwendet Energie. Eine Klimaanlage, die eine leere Etage beheizt, ebenfalls. So verschiebt sich Nachhaltigkeit von der reinen Installation hin zur Kombination aus Installation, Daten, Software und Steuerung. Und genau dort betritt IT das Gebäude.

Dieser Artikel erklärt diese Verbindung, mit einer wichtigen Nuance vorweg. Ein besseres IT-Label bedeutet nicht automatisch ein besseres Energielabel. Die Berechnungsmethoden unterscheiden sich. Doch die Technologie hinter beiden Welten wächst zunehmend zusammen.

Von Dämmung zu intelligenter Steuerung

Traditionelle Nachhaltigkeit war vor allem eine Frage baulicher Eingriffe. Dämmung, HR++- oder Dreifachverglasung, LED-Beleuchtung und effizientere Installationen sind allesamt essenziell und bleiben es auch. Dennoch bestimmt die Installation allein nicht mehr die vollständige Geschichte.

Solarpaneele liefern Energie, aber Daten bestimmen zunehmend, wie Erzeugung, Speicherung und Verbrauch optimal aufeinander abgestimmt werden. Ein Ladeplatz, der nicht intelligent gesteuert wird, kann unnötige Lastspitzen verursachen. Die Leistung liegt also nicht nur im Gerät, sondern auch in der Intelligenz, die es steuert.

Damit verändert sich die Aufgabe. Früher lautete die Frage, welche Installation vorhanden ist, heute lautet sie auch, wie intelligent diese Installation genutzt wird. Das ist eine digitale Frage geworden.

Das nachhaltige Gebäude wird ein digitales Gebäude

Ein modernes Gebäude optimiert seine Energieleistung zunehmend mit digitaler Technologie. Man denke an Sensoren, intelligente Zähler, IoT, Gebäudeleitsysteme, Energiemanagement, Belegungsmessungen, intelligente Beleuchtung, Batteriesysteme, intelligente Ladesäulen und vorausschauende Wartung.

All diese Technologie erzeugt, empfängt oder verarbeitet Daten. Daraus folgt eine einfache Feststellung: Je energie-intelligenter ein Gebäude wird, desto digitaler wird das Gebäude zwangsläufig. Ein Gebäude, das Energie verstehen will, braucht eine digitale Ebene, um das zu tun.

Diese digitale Ebene braucht ein Fundament. Ohne zuverlässige Konnektivität und Datenverarbeitung können intelligente Systeme zwar messen, aber nicht zusammenarbeiten. Die Installationen stehen da, sprechen aber nicht miteinander.

Das IT-Label misst deshalb mehr als nur Internet

Es ist verlockend, das IT-Label als Antwort auf die Frage zu lesen, wie schnell das Internet ist. Das ist nur ein Teilaspekt. Ein Audit betrachtet die digitale Infrastruktur und die digitale Funktionalität einer Immobilie umfassender, und dabei können auch SMART-Building-Systeme erfasst werden.

In dieser Bestandsaufnahme kommen unterschiedliche Aspekte zur Sprache:

  • Gebäudeleittechnik: Gibt es ein Gebäudeleitsystem und welche Funktionen werden digital gesteuert?
  • Klima: Können Heizung, Kühlung und Lüftung intelligent geregelt werden?
  • Belegung: Wird Anwesenheit gemessen und können Installationen darauf reagieren?
  • Beleuchtung: Kann Beleuchtung automatisch geschaltet oder gedimmt werden?
  • Solarpaneele und Ladesäulen: Werden Erzeugung, Leistung und Ladeverhalten digital überwacht und ausgeglichen?
  • Energiemonitoring und Kontinuität: Kann der Verbrauch analysiert werden und was geschieht bei Ausfall?

Damit betrachtet das IT-Label nicht nur den digitalen Arbeitsplatz, sondern auch die digitale Intelligenz des Gebäudes selbst. Wer wissen möchte, was darunterfällt, findet mehr Erläuterung bei Smart Assets und gebäudegebundenen IT-Einrichtungen.

Energie und IT waren einst zwei getrennte Welten. Im SMART Building wachsen sie zunehmend zusammen.

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Ein SMART Building ist ein großes digitales Ökosystem

Ein traditionelles Gebäude bestand aus einzelnen Installationen: Heizung, Beleuchtung, Elektrik, Zugang, Aufzüge, Solarpaneele und Ladesäulen, jeweils mit einem Eigenleben. In einem SMART Building werden diese Systeme miteinander verbunden.

Ein Sensor erkennt Anwesenheit, das Gebäudeleitsystem empfängt diese Information, die Klimaregelung wird angepasst, die Beleuchtung geht aus, der Energieverbrauch sinkt und das Energiemanagementsystem erfasst die Einsparung. Dieser gesamte Prozess ist nicht nur Installationstechnik. Es ist vor allem Daten, und Daten brauchen digitale Infrastruktur.

Ohne IT keine SMART Energy

Die Formel lässt sich kurz zusammenfassen: intelligente Energie ist die Summe aus Installation, Daten, Konnektivität und Steuerung. Eine Wärmepumpe kann energiesparend sein, aber Software bestimmt, wann sie optimal läuft. Solarpaneele erzeugen Strom, aber ein Energiemanagementsystem bestimmt, wo diese Energie am besten landet.

Ladesäulen laden Autos, aber Smart Charging berücksichtigt den Gebäudeverbrauch und die verfügbare Netzkapazität. So wird IT zunehmend zu einem Enabler der Energieeffizienz statt zu einem separaten Kostenpunkt.

Spiegelung in einer Glasfassade
In einem modernen Gebäude bestimmt nicht nur die Installation die Energieleistung, sondern vor allem die Daten, mit denen diese Installation gesteuert wird.

Zwei Labels, die aus unterschiedlichen Richtungen blicken

Wichtig ist, klarzuhalten, dass beide Labels nicht dasselbe messen. Das Energielabel beantwortet die Frage, wie energiesparend das Gebäude gemäß der dafür geltenden Methodik ist. Das IT-Label macht sichtbar, was das Gebäude digital ermöglichen kann und welches digitale Ausstattungsniveau vorhanden ist.

Dennoch entsteht ein immer größerer Überschneidungsbereich: SMART-Building-Technologie. Dort treffen Energie und IT zusammen. Auf der einen Seite stehen die Installationen, Heizung, Kühlung, Lüftung und Erzeugung. Auf der anderen Seite stehen Sensoren, Gebäudeleittechnik, Monitoring, Software und Steuerung. In der Mitte steht das Gebäude, das beide Welten braucht.

Das Fazit ist nuanciert, aber klar. Das Energielabel und das IT-Label messen etwas anderes, doch die Technologie dahinter verflicht sich zunehmend stärker. Wer die genaue Trennlinie verstehen möchte, liest unseren Artikel über den Unterschied zwischen dem IT-Label und dem Energielabel.

Leistung auf dem Papier versus Leistung im Betrieb

Ein Gebäude kann über energiesparende Installationen verfügen, doch letztlich bestimmt die Nutzung mit, wie viel Energie tatsächlich verbraucht wird. Wie lange bleibt die Beleuchtung an? Werden leere Besprechungsräume beheizt? Läuft die Lüftung auf voller Kapazität, während eine Etage kaum belegt ist?

Gerade digitales Monitoring und intelligente Steuerung können helfen, diese Praxis besser zu verstehen. Die nächste große Energieeinsparung liegt vielleicht nicht nur in noch einer neuen Installation, sondern auch in einer intelligenteren Nutzung dessen, was bereits vorhanden ist.

Von CAPEX zu SMART CAPEX

Ein Eigentümer, der seine Energieleistung verbessern will, denkt oft zuerst an bauliche Investitionen. Doch bevor Installationen ersetzt werden, lohnt es sich zu untersuchen, ob bestehende Installationen intelligenter gesteuert werden können, welche Daten verfügbar sind und welche fehlen, und wo Automatisierung hinzugefügt werden kann.

Das ist der Kern dessen, was man SMART CAPEX nennen könnte: Investitionen, mit denen bestehende bauliche Installationen durch Digitalisierung intelligenter und effizienter genutzt werden. Wie sich das zu den Betriebskosten verhält, erklären wir in unserem Artikel über CAPEX und OPEX in Gewerbeimmobilien.

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Netzengpässe machen dies noch relevanter

Bei Netzengpässen liegt die Lösung nicht nur darin, mehr Strom zu erzeugen. Die verfügbare Kapazität muss auch intelligenter genutzt werden. Gebäude können dabei eine Rolle spielen mit Lastausgleich, Smart Charging, Batterien, Energiemanagement, Laststeuerung und Spitzenlastreduzierung.

Nahezu alle diese Lösungen teilen eine Grundlage: Daten, Konnektivität und Software. Damit wird die digitale Gebäudeinfrastruktur auch Teil der breiteren Diskussion über Energieinfrastruktur, und nicht länger ein isoliertes IT-Thema.

KI kann der nächste Schritt werden

Blickt man voraus, kann künstliche Intelligenz in Gebäuden eingesetzt werden, um Belegung vorherzusagen, Energieverbrauch zu optimieren, Abweichungen zu erkennen und Wartung zu planen. Manche Anwendungen geschehen bereits heute, andere sind noch Zukunftsmusik, und es ist ratsam, zurückhaltend zu sein mit Behauptungen, dass KI von selbst große Einsparungen bringt.

Die relevante Feststellung ist bedingt. KI kann ein Gebäude nur dann intelligenter steuern, wenn dieses Gebäude ausreichend Daten sammeln, kommunizieren und verarbeiten kann. Ohne digitale Infrastruktur bleibt die Intelligenz theoretisch. Mehr dazu lesen Sie in unserer Übersicht zu KI und Immobilien.

Erst messen, dann verstehen, dann verbessern

Man kann nicht gezielt verbessern, was man nicht sichtbar hat. Die Reihenfolge ist daher logisch: messen, verstehen, steuern und optimieren. Das IT-Label kann helfen, sichtbar zu machen, welche digitale und SMART-Building-Infrastruktur vorhanden ist.

Das ersetzt keine Energieberatung und kein offizielles Energielabel. Es gibt Einblick in die digitale Ebene, mit der ein Gebäude möglicherweise intelligenter funktionieren kann. Heute arbeiten der Energieberater, der Installateur, der IT-Spezialist, der SMART-Building-Spezialist und der Assetmanager oft nebeneinander. Im Gebäude von morgen kommen diese Welten zusammen.

Das IT-Label will dabei eine verbindende Ebene sein: eine Übersetzung zwischen Energie, Installationen, Daten, IT, Immobilie und Nutzer. So entsteht eine gemeinsame Sprache, die verschiedene Disziplinen teilen können, wie wir beschreiben in einer Sprache für digitale Gebäudequalität.

Von energiesparend zu digital effizient

Wir kennen energiesparende Gebäude. Daneben entsteht vielleicht ein neuer Begriff: digital effiziente Gebäude. Gebäude, in denen digitale Technologie hilft, Raum, Energie, Installationen, Arbeitsplätze, Mobilität und Wartung effizienter zu nutzen.

Auch der Nutzer profitiert davon. Ein intelligenteres Gebäude kann mehr Komfort bieten, ein besseres Innenklima, Einblick in die Nutzung, effizientere Arbeitsplätze und möglicherweise geringere Betriebskosten. Damit kehrt der Kern des IT-Labels zurück: Technologie hat erst dann einen Wert, wenn der Nutzer etwas davon hat. Was Mieter dabei erwarten können, steht in worauf Sie als Mieter achten sollten.

Digitalisierung ist also kein Gegenpol zur Nachhaltigkeit. Sie kann Nachhaltigkeit gerade verstärken, sofern die digitale Basis stimmt.

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Konkreter nächster Schritt: Erfassen Sie Ihre digitale Ebene

Möchten Sie wissen, ob Ihr Gebäude bereit ist, Energie nicht nur zu nutzen, sondern auch zu messen, zu verstehen und zu steuern, beginnen Sie mit der Erfassung der digitalen Infrastruktur. Ein höheres IT-Label führt nicht automatisch zu einem höheren Energielabel, doch eine starke digitale Basis bildet das Fundament für SMART-Technologie, mit der der Energieverbrauch besser gesteuert werden kann.

Ein guter erster Schritt ist, Einblick in das aktuelle digitale Ausstattungsniveau über die IT-Label-Klassifizierung von PREMIUM bis SHELL zu erhalten, damit Sie wissen, welche SMART-Funktionalität heute möglich ist und wo Verbesserungspotenzial besteht. Von dort aus können Sie die Übersetzung in konkrete Entscheidungen vornehmen. Mehr zur Vorgehensweise lesen Sie unter wie das IT-Label funktioniert. So zeigt sich, dass das Energielabel und das IT-Label nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern auf unterschiedliche Teile derselben Zukunft blicken.

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