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Mobilfunkabdeckung in Immobilien: der gemessene blinde Fleck

Warum ein nachhaltiges Gebäude nicht automatisch ein digital gut erreichbares Gebäude ist.

Einblicke··5 Min. Lesezeit
Mobilfunkabdeckung in Immobilien: der gemessene blinde Fleck

Kernpunkte

  • Moderne, gut isolierte Gebäude können Mobilfunksignale dämpfen, wodurch die Empfangsqualität innen enttäuscht, trotz eines hervorragenden Energielabels.
  • Mobilfunkabdeckung ist so gut wie nie Teil der Informationen, die ein Mieter erhält, bevor ein Mietvertrag unterzeichnet wird.
  • Da Organisationen zunehmend Cloud, KI, IoT und mobile Geräte nutzen, verschiebt sich Konnektivität von einer Annehmlichkeit hin zu einem Bestandteil der Betriebskontinuität.
  • IT-Label betrachtet digitale Infrastruktur breiter als nur den Internetanschluss; es geht um die Leistung, die Nutzer tatsächlich erfahren, wie auch bei einer digitalen Prüfung von Immobilien geschieht.
  • IT-Label ruft Telekom-, IT- und Immobilienexperten dazu auf, gemeinsam zu bestimmen, welche Rolle Mobilfunkabdeckung in der digitalen Klassifizierung von Gebäuden erhält.

Stellen Sie sich ein modernes Büro vor. Das Energielabel ist hervorragend, es liegt Glasfaser bis ins Gebäude, die Arbeitsplätze sind gut eingerichtet und das Gebäude wirkt an jedem Punkt zukunftssicher. Sie gehen hinein, wollen kurz telefonieren, und sehen die Balken auf Ihrem Telefon verschwinden. Im Besprechungsraum klappt es gerade noch, im Aufzug nicht mehr, in der Tiefgarage schon gar nicht.

Es ist ein vertrautes Bild, und es wird zunehmend zu einem ernsthaften Aufmerksamkeitspunkt. Ein Gebäude, das auf dem Papier alle digitalen Ambitionen erfüllt, kann in der Praxis genau an einem Punkt enttäuschen, den niemand vorher gemessen hat: Wie gut kann man dort telefonieren und mobil surfen?

Die zentrale Frage dieses Artikels ist somit einfach. Wir messen fast alles an einem Gebäude. Aber wissen wir eigentlich, wie die mobile Konnektivität im Inneren funktioniert? Und wenn nicht, warum bleibt dieser Bestandteil dann unbenannt?

Nachhaltiges Bauen und Mobilfunksignale

Moderne Gebäude werden immer besser isoliert. HR++ und Dreifachverglasung, Beschichtungen, dicke Betonkonstruktionen und Stahl tragen zu hervorragenden Energieleistungen bei. Dieselben Materialien können jedoch die Durchdringung von Mobilfunksignalen beeinträchtigen. Was gut für das Energielabel ist, ist nicht automatisch gut für den Empfang im Inneren.

Das Ergebnis ist ein scheinbarer Widerspruch. Ein nachhaltiges Gebäude ist nicht automatisch ein digital gut erreichbares Gebäude. Die Außenseite kann hervorragenden Empfang haben, während die Signale im Inneren gedämpft werden. Das macht Mobilfunkabdeckung zu einer Leistung, die man erst kennt, wenn man sie tatsächlich misst, Etage für Etage.

Dies knüpft an ein breiteres Prinzip an, das Thema in dem Verhältnis zwischen Energieleistung und digitaler Qualität ist: zwei Dinge, die sich nicht ausschließen, aber jeweils eigene Aufmerksamkeit verdienen.

Was ein Mieter vorab nicht zu hören bekommt

Bevor ein Mietvertrag unterzeichnet wird, erhält ein Mieter viele Informationen. Die Anzahl der Parkplätze, das Energielabel, die verfügbaren Quadratmeter, die vorhandenen Installationen: Alles steht säuberlich auf Papier. Mobilfunkabdeckung steht dort selten dabei. Dass das Thema in fast jeder Broschüre fehlt, ist nicht ungewöhnlich, aber durchaus auffällig, ähnlich wie es auch für die Tatsache gilt, dass die IT-Infrastruktur in jeder Mietbroschüre fehlt.

Die Fragen, die dadurch unbeantwortet bleiben, sind gerade die Fragen, die in der Praxis zählen:

  • Wie gut ist die 4G- und 5G-Abdeckung tatsächlich im Gebäude?
  • Funktionieren verschiedene Mobilfunkanbieter überall gleich gut?
  • Wie ist die Abdeckung auf verschiedenen Etagen, in Besprechungsräumen, Aufzügen und Tiefgaragen?
  • Gibt es eine Indoor-Coverage-Lösung, oder wäre sie notwendig?
  • Was passiert, wenn WLAN oder die feste Verbindung ausfällt?
  • Kann mobile Konnektivität als redundante Verbindung dienen?
  • Ist das Gebäude auf weiteres Wachstum des mobilen Datenverkehrs und vernetzter Geräte vorbereitet?

Diese letzte Frage berührt das Thema Netzwerkredundanz: Fällt die feste Leitung aus, ist eine starke Mobilfunkverbindung manchmal der Unterschied zwischen Weiterarbeiten und Stillstand.

Ein Gebäude kann digital hochwertig heißen und gleichzeitig eine tote Zone sein, sobald die Tür hinter einem ins Schloss fällt.

Von der Annehmlichkeit zur Betriebskontinuität

Die Entwicklung von 5G und zukünftigen Mobilfunktechnologien verändert die Rolle der Konnektivität. Organisationen nutzen zunehmend Cloudanwendungen, KI, mobile Geräte, IoT-Sensoren, Zugangskontrolle und intelligente Gebäudetechnologie. All diese Funktionen stützen sich auf eine Verbindung, die im gesamten Gebäude verfügbar ist, nicht nur am Fenster.

Damit verschiebt sich Mobilfunkabdeckung von einer angenehmen Annehmlichkeit zu einem Bestandteil der Betriebskontinuität. Wenn Mitarbeiter und Besucher im Inneren schlechten Empfang haben, betrifft das den täglichen Betrieb einer Organisation. Genau deshalb funktioniert die Smart-Building-Technologie ohne eine zuverlässige digitale Grundlage nicht wie beabsichtigt.

Die aufrüttelnde Frage, die sich aufdrängt: Kann ein Gebäude künftig noch digital hochwertig genannt werden, wenn die Mobilfunkabdeckung im Inneren unzureichend ist? Glasfaser an der Haustür ist ein guter Anfang, aber letztlich geht es um die digitale Leistung, die Nutzer tatsächlich erfahren.

Spiegelung in einer Glasfassade
Gerade die Fassaden, die für ein gutes Energielabel sorgen, können die Mobilfunksignale im Inneren beeinträchtigen.

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Mobilfunkabdeckung als Bestandteil einer digitalen Prüfung

IT-Label möchte digitale Infrastruktur breiter betrachten als nur den Internetanschluss. Mobilfunkabdeckung passt logisch in dieses breitere Bild. Nicht nur die Frage, ob Empfang vorhanden ist, sondern, wo möglich, ein objektiver Blick darauf, wie die mobile Konnektivität in und um das Gebäude herum funktioniert.

Dabei ist wichtig, was IT-Label nicht ist. Es ist kein Telekommunikationsanbieter und beansprucht auch nicht, einer zu sein. Das Ziel ist vielmehr, gemeinsam mit Telekom-, IT-, Immobilien- und technischen Experten zu untersuchen, welche Kriterien relevant sind und wie Mobilfunkabdeckung auf verständliche und unabhängige Weise Teil der Bewertung werden kann. Diese Rolle als unabhängiges Wissenskollektiv sorgt dafür, dass die Frage aus mehreren Fachrichtungen betrachtet wird.

Der Gedanke knüpft an die Idee an, dass sich die Bewertung von Immobilien von Quadratmetern hin zu Datenkapazität verschiebt. Mobile Erreichbarkeit ist einer der Aspekte, der dabei noch zu oft außer Betracht bleibt.

Das gewerbliche Immobilienfazit

Digitale Erreichbarkeit gewinnt zunehmend an Einfluss auf die Attraktivität, Vermietbarkeit und Nutzungsqualität eines Gebäudes. Ein Mieter möchte nicht erst nach Unterzeichnung des Mietvertrags entdecken, dass Mitarbeiter und Besucher im Inneren kaum Mobilfunkempfang haben. Das ist eine Enttäuschung, die mit den richtigen Informationen vorab vermeidbar gewesen wäre.

Wir schauen schon seit Jahren auf die Erreichbarkeit eines Gebäudes über den Straßenverkehr: Straßen, Parkplätze, öffentlicher Nahverkehr. Vielleicht wird es Zeit, dass wir auch auf die digitale Erreichbarkeit eines Gebäudes schauen. Für Immobilieneigentümer, die wissen möchten, wie ihr Gebäude abschneidet, ist das Teil des Einblicks, den das IT-Label für Bürogebäude bieten soll.

Die Begründung dahinter ist einfach. Was man nicht misst, kann man nicht verbessern. Und was man nicht sichtbar macht, kann ein Mieter vorab nicht beurteilen.

Machen Sie mit bei der Untersuchung

Mobilfunkabdeckung ist ein Thema, bei dem sich Telekommunikation, IT und Immobilien berühren. Gerade deshalb ist es keine Fragestellung, die eine einzelne Partei allein lösen kann. IT-Label lädt Telekommunikationsanbieter, IT-Spezialisten, Immobilieneigentümer, Entwickler, technische Berater und andere Experten dazu ein, sich dem unabhängigen Wissenskollektiv anzuschließen und gemeinsam zu bestimmen, welche Rolle Mobilfunkabdeckung innerhalb der digitalen Bewertung von Gewerbeimmobilien erhalten soll.

Möchten Sie über die Kriterien und die Methodik mitdenken, dann nehmen Sie Kontakt auf oder lesen Sie zunächst, was das IT-Label genau ist. Lassen Sie uns gemeinsam sichtbar machen, was jetzt noch unsichtbar ist.

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