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IT und OT in Gebäuden

Ein Gebäude läuft mit zwei Arten von Technik. Die IT verarbeitet Daten. Die OT steuert die Anlagen, etwa Klima, Aufzüge und Zutritt. Hier lesen Sie, worin der Unterschied liegt, welche Begriffe dazugehören und welche Regeln gelten.

Was sind IT und OT?

IT steht für Information Technology (Informationstechnik). Es geht um die Verwaltung digitaler Daten, Computer und Netzwerke: Laptops, Server, das Büronetzwerk, WLAN und die Cloud.

OT steht für Operational Technology (Betriebstechnik). Es geht um die Hardware und Software, die physische Prozesse messen und steuern. In einem Gebäude sind das unter anderem die Klimaanlage, die Beleuchtung, die Aufzüge, die Zutrittskontrolle, die Brandmeldeanlage, die Ladesäulen und die Solaranlage.

Früher waren IT und OT getrennt. Heute hängt die OT immer häufiger am selben Netzwerk wie die Computer. Das nennt man IT/OT-Konvergenz. Gebäude werden dadurch intelligenter und sparsamer, aber auch angreifbarer.

Infografik: der Unterschied zwischen IT und OT in Gebäuden. Zweck, Beispiele, was am meisten zählt, Lebensdauer und Updates im Vergleich.
Der Unterschied zwischen IT und OT auf einen Blick. Quelle: IT-Label. Frei nutzbar mit Quellenangabe.

IT und OT im Vergleich

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

ThemaITOT
ZweckDaten verarbeiten und teilenPhysische Prozesse messen und steuern
BeispieleLaptops, Server, WLAN, Büronetzwerk, CloudGebäudeleittechnik, Klima, Aufzüge, Zutritt, Brandmeldeanlage, Ladesäulen
Was am meisten zähltDass Daten vertraulich bleibenDass die Anlage weiterläuft und für Menschen sicher ist
LebensdauerMeist 3 bis 5 JahreOft 15 bis 25 Jahre oder länger
UpdatesHäufig, meist automatischSelten, oft nur über den Hersteller
Wer betreibt sieDie IT-Abteilung oder ein IT-PartnerDer Installateur, das Facility Management oder der technische Verwalter
Sprache der GeräteStandard-InternetprotokolleEigene Protokolle wie BACnet, KNX und Modbus

Welche OT steckt in einem Gebäude?

  • Gebäudeleittechnik. Das zentrale System (GLT oder BMS), das Heizung, Kühlung, Lüftung und oft auch die Beleuchtung regelt.
  • Klima, Beleuchtung und Sonnenschutz. Anlagen, die auf Uhrzeit, Temperatur, Licht oder Anwesenheit reagieren.
  • Aufzüge und Rolltreppen. Immer häufiger mit Fernüberwachung und Fernwartung.
  • Zutritt und Sicherheit. Kartenleser, intelligente Schlösser, Schranken, Zugangsschleusen und Kameras.
  • Brandschutz. Die Brandmelde- und Räumungsanlage.
  • Energie. Intelligente Zähler, Ladesäulen, Wechselrichter von Solaranlagen und Batterien.
  • Logistik und Industrie. Kühlräume, Sortieranlagen, Verladetore und Produktionslinien.
Schnitt durch ein Bürogebäude mit acht Arten von OT: Gebäudeleittechnik, Klima, Beleuchtung und Sonnenschutz, Aufzüge, Zutritt, Kameras, Brandmeldeanlage und Energie.
Die wichtigsten OT-Systeme in einem Bürogebäude. Die blaue Linie ist das Netzwerk, das sie immer häufiger verbindet. Quelle: IT-Label. Frei nutzbar mit Quellenangabe.

Begriffe

  • OT. Operational Technology, Betriebstechnik: Hardware und Software, die physische Prozesse messen und steuern.
  • IT/OT-Konvergenz. Das Zusammenwachsen von IT und OT. Anlagen werden ans Netzwerk angeschlossen, damit man sie aus der Ferne betreiben kann und sie Daten teilen.
  • Gebäudeleittechnik (GLT oder BMS). Zentrales System, das die Anlagen in einem Gebäude steuert und überwacht.
  • Gebäudeautomation (BACS). Systeme für Gebäudeautomation und Gebäuderegelung. So nennt die EU die Systeme, die die Anlagen in einem Gebäude automatisch regeln und überwachen.
  • SPS (PLC). Speicherprogrammierbare Steuerung: ein kleiner Industriecomputer, der eine Maschine oder Anlage direkt steuert.
  • SCADA. Software, mit der man Anlagen aus der Ferne überwacht und bedient, oft über mehrere Standorte.
  • BACnet. Offenes Protokoll für die Gebäudeautomation, etwa für Klima und Beleuchtung. Die ältere Form hat keine Verschlüsselung. Die neuere Form BACnet/SC bringt Sicherheit mit.
  • KNX. Standard für die Gebäudeautomation, etwa für Beleuchtung, Sonnenschutz und Klima. KNX Secure bringt Verschlüsselung mit.
  • Modbus. Altes und einfaches Protokoll von 1979, weit verbreitet für Zähler und Anlagen. Es hat weder Passwort noch Verschlüsselung.
  • Netzwerktrennung. Gebäudesysteme, Gäste und das Büronetzwerk jeweils in einem eigenen Teil des Netzwerks, damit ein Problem in einem Teil den anderen nicht trifft.
  • Fernzugriff. Eine Verbindung, über die sich ein Installateur oder Hersteller von außen bei einer Anlage anmelden kann.
  • IEC 62443. Internationale Normenreihe für die Sicherheit industrieller Automatisierungs- und Steuerungssysteme. Wird auch für die Gebäudeautomation genutzt.

Was sagen die Regeln?

Cybersicherheitsgesetz. In den Niederlanden gilt seit dem 15. August 2026 die Cyberbeveiligingswet, die Umsetzung der europäischen NIS2-Richtlinie. Organisationen, die darunter fallen, haben eine Sorgfaltspflicht und eine Meldepflicht für ihre Netz- und Informationssysteme, und dazu gehört auch die OT. In Belgien gilt seit dem 18. Oktober 2024 das NIS2-Gesetz.

Gebäudeautomation. Die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) verlangt Gebäudeautomation in größeren Nichtwohngebäuden. In den Niederlanden gilt diese Pflicht für Gebäude mit einer Heizungs- oder Kühlanlage von mehr als 290 kW. Ab 2030 gilt sie auch ab 70 kW. Mehr Gebäude bekommen also OT, die an einem Netzwerk hängt.

Normen. Für die Sicherheit der OT ist IEC 62443 die bekannteste internationale Normenreihe.

Was das IT-Label und das Security Audit leisten

Das IT-Label bewertet die digitale Infrastruktur eines Gebäudes. Die OT selbst misst das IT-Label nicht. Der Inspektor prüft aber, ob die Gebäudeleittechnik an das IT-Netzwerk angeschlossen ist. Ob die Netzwerke richtig getrennt sind, untersuchen wir im Security Audit. Sie erhalten dazu einen Bericht und eine Empfehlung, wie Sie die Netzwerke trennen.

Die Reihe über IT und OT

Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Artikel über IT und OT in Gebäuden. Unten finden Sie die bereits erschienenen Teile. Alle Artikel finden Sie auch auf der Seite IT und OT in Gebäuden unter Artikel.

Häufig gestellte Fragen

Wissen Sie, wie Ihr Netzwerk getrennt ist?

Im Security Audit prüft ein Auditor vor Ort, ob Ihr Büronetzwerk von Gästen, anderen Mietern und den Gebäudesystemen getrennt ist. Sie erhalten einen Bericht mit Empfehlungen.

Zum Security Audit →

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